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Frau im Labor um das Thema Forschung und Politik zu illustrieren

In einem Artikel der britischen Organisation Drug Science wird auf ein unterschätztes Problem in der Debatte um öffentliche Gesundheit hingewiesen. Sie nennen es „Reverse Spin Bias“ (eine einseitige Verzerrung von Studienergebnissen). Gemeint ist die Situation, in der Forschende Daten präsentieren, die klare gesundheitliche Vorteile zeigen aber dennoch Schlussfolgerungen ziehen, die diese Ergebnisse relativieren.

Die Folgen sind weit mehr als nur akademischer Natur. Ein Beispiel sind rauchfreie Alternativen. Wenn Belege zugunsten der Schadensminimierung aktiv abgeschwächt werden, verlieren Entscheidungsträger:innen, Gesundheitsfachkräfte und Konsument:innen eine entscheidende Wissensgrundlage. Das Ergebnis ist eine Politik, die alle Nikotinprodukte als gleichermaßen gefährlich behandelt, obwohl die Forschung klar zeigt, dass sich die Risiken zwischen Rauchen und anderen Alternativen deutlich unterscheiden.

Für Akteure, die mit rauchfreien Produkten arbeiten, schafft dies Probleme. Produkte, die die rauchbedingte Sterblichkeit senken können, werden unter Generalverdacht gestellt – nicht aufgrund von Daten, sondern wegen eines ideologischen Unbehagens gegenüber den Schlussfolgerungen.

– Durch Schadensminimierung können wir das tödliche Rauchen bekämpfen und gleichzeitig die Kontrolle behalten. Es ist eine bewährte Methode, der mehr Länder folgen sollten. Die Forschung zeigt immer wieder, dass Schadensminimierung Leben rettet. Die niedrigen Raucherquoten in Schweden beruhen zu einem großen Teil darauf, dass Konsument:innen auf weniger schädliche Alternativen wie Snus und Nikotinbeutel umsteigen konnten, sagt Markus Lindblad, Kommunikationschef bei Snusbolaget.

Die Industrie zu überprüfen ist notwendig. Aber auch die Forschung muss kritisch hinterfragt werden. Denn wenn Ergebnisse vorhanden sind, aber verschwiegen werden, handelt es sich nicht um wissenschaftliche Vorsicht, sondern um Politik.

– Wenn Forschende nicht für ihre eigenen Ergebnisse einstehen, werden genau diese pragmatischen Lösungen erschwert. Wenn Ergebnisse relativiert werden, besteht die Gefahr, dass dies zu einem indirekten Hindernis für eine wirksame Gesundheitspolitik wird und zu einem Verrat an den Rauchern, die sich für eine weniger schädliche Alternative hätten entscheiden können, schließt Lindblad.

Verfasst von Christine Albert

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